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Presseinformation (15.12.16)

300. Stuttgarter Filmwinter-Festival for Expanded Media mit Mut zur Lüge

Der 300. Stuttgarter Filmwinter-Festival for Expanded Media steht im Zeichen der guten Lüge. „Wir brauchen dringend neue Lügen (…) Die uns vor stumpfer Wahrheit warnen“, singt das Filmwinter-Team lautstark mit Tocotronic. Es sei an der Zeit, die Lüge zurückzuerobern für die Phantasie, die Kunst und die Träume. Das Festival findet vom 18. bis zum 22. Januar 2017 im FITZ! Zentrum für Figurentheater, im Haus der Geschichte, im Kunstbezirk und im Theater tri-bühne statt. Aus 1.600 Einreichungen wählten die Vorjuries rund 90 Arbeiten aus. Am letzten Festivaltag vergeben drei Juries fünf Preise in Höhe von insgesamt 9.000 Euro. Ein umfangreiches Rahmenprogramm sowie zahlreiche Kinder- und Jugendveranstaltungen bereichern das Festival.

 

Warm Up

Unter dem Titel „Mut zur Lüge“ präsentiert die Galerie b der Stadtbibliothek Stuttgart ab dem 21. Dezember um 19.30 Uhr Videoarbeiten und Mockumentaries, die die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge verwischen. In Romeo Grünfelders Film "Desire - The Goldstein Reels" scheint eine Frau zu verschwinden. "The Centrifuge Brain Projekt" von Till Nowak erklärt die Zentrifugal-Forschung anhand von Jahrmarktkarussellen. In den Filmen "Boulevard" von Martin & the Evil Eye of Nur und "Real Snow White" von Pilvi Takala wird die absurde Logik „echter Charaktere" thematisiert. "Omokage" von Maki Satake vermischt Erinnerung und Gegenwart in einem poetischen Spiel und bei "Input / Output" von Terri Timely bricht der Alltag in eine Welt voller Illusionen ein. Die Arbeiten sind bis zum 4. März 2017 zu sehen.

Die Berliner Video-Künstlerin Petra Lottje zeigt in der Oberwelt mit „No Gloom. Thanks“ Arbeiten über die pathetischen Illusionen der westlichen Unterhaltungsindustrie. Eröffnet wird am 16. Dezember um 19 Uhr.

In der Gedok präsentiert Anna Anders, Jurorin der Expanded Media Ausstellung, ab 17. Januar um 19.30 Uhr Videoarbeiten, die so mit Täuschungen und Illusionen spielen, dass sich reale und virtuelle Welten begegnen und überlappen.

 

Rahmenprogramm

Die Kuratorin Nicole Rebmann hat für das Programm „Real Fiction“ kurze Dokus ausgesucht und solche, die vorgeben, es zu sein.

Jurymitglied und Kurator Jonathan Pouthier zeigt “Fiction of an Artist - Mocking Art and other general ideas”, die Jurymitglieder und Filmemacher Oliver Pietsch und Kevin B. Lee präsentieren sich mit Werkschauen. Jurymitglied und Kurator Olaf Stüber stellt seine Reihe „Videoart at Midnight“ vor, die seit 2008 einmal im Monat um Mitternacht im Berliner Kino Babylon das Werk eines Künstlers vorstellt und diskutiert.

Die Programmleiterin Sanja Grbin vom „25 FPS Festival Zagreb“ präsentiert kroatische Kurz- und Experimentalfilme der letzten Jahre. Die legendäre Formation „Schmelzdahin“ war schon beim ersten Filmwinter dabei und zeigt eine Performance sowie monatelang in Teich und Garten gelagerte Filmstreifen, deren Zersetzungsprozesse nach ästhetischen Kriterien ausgewählt und wieder abgefilmt wurden. Die AG Kurzfilm und German Films lädt zur Premiere der DVD-Edition „Emerging Artists – Contemporary Experimental Films and Video Art from Germany, Vol.3“ ein; die Initiative fördert seit 2012 experimentelle und künstlerisch ausgerichtete Nachwuchsarbeiten.

Das Haus der Geschichte zeigt Filme des deutsch-amerikanischen Filmproduzenten Carl Laemmle. Als Höhepunkt darf die Live-Vertonung von „Spuk im Schloss/ The Cat and the Canary“  mit Oliver Prechtl am Klavier gelten. Der Super-8-Filmer Manuel Francescon widmet sich in „Aus der Kulturgeschichte des Trash-Films“ der Vielfalt des Amateur-Trashfilms auf Super 8.

 

Internationaler Wettbewerb Film

In acht Wettbewerbsprogrammen präsentiert der Internationale Wettbewerb Film unterschiedlichste Formate: Für den non-narrativen Film „Exodus“ reiste der belgische Filmemacher Nicolas Provost durch den Westen Amerikas und komponierte eine Slideshow aus Landschaften und Situationen (Portugal 2015, 14 min.). Der Engländer Simon Ellis wirft mit „World War Cup“ einen erbarmungslosen Blick auf fehlgeleiteten Patriotismus und Rowdytum beim WM-Fußballspiel England gegen Deutschland 2010 (GB 2016, 7 min.). Der indonesische Filmemacher Erik Muhammad Pauhrizi drehte mit „Unpredictable Waters“ einen experimentellen Dokumentarfilm über das Nahtoderlebnis eines indonesischen Familienvaters in einem See bei Heidelberg, wohin ihn die Jobsuche verschlagen hatte (D 2016, 14 min.).

Als Jurymitglieder konnten der Kurator Olaf Stüber, der Kurator und Filmemacher Kevin B. Lee und die Programmleiterin Sanja Grbin vom „25 FPS Festival Zagreb“ gewonnen werden. Sie vergeben den Team-Work-Award und den Norman 2017. Der Filmemacher Oliver Pietsch, die Künstlerin Justyna Koeke und der Kurator Jonathan Pouthier verleihen den 2 Minutes Short Film Award, der von der Klett Gruppe gestiftet wird. Die Wand 5- Sichtungsteams küren außerdem den Gewinner des Wand 5 Awards.

 

Internationaler Wettbewerb Medien im Raum und Network Culture

Bei den internationalen Wettbewerben Medien im Raum und Network Culture werden 12 grenzüberschreitende Formate zwischen Performance, Installation, Expanded Cinema und Netzkunst gezeigt sowie Interventionen im öffentlichen und virtuellen Raum. So hat das österreichische Duo KairUs.org Phishing-Websites von Fake-Firmen gesammelt und damit den fiktiven Konzern "Megacorp." gegründet. Der norwegische Installationskünstler HC Gilje löst mit „Barents (Mare Incognitum)“ beim Betrachter Orientierungslosigkeit und Schwindel aus, für die er das Meer mit rotierender Kamera aufgenommen hat. Sebastian Jazura aus Deutschland zeigt mit „horizontal computer-based wave healing“ eine kybernetische Skulptur, gebaut mit sechs Lüftern, deren Drehzahlen dauerhaft variieren. So ergeben sich unterschiedlichste optische Effekte.

Den Expanded Media Preis für Medien im Raum und den Expanded Media Preis für Network Culture verleiht eine dreiköpfige Jury: Der Medienkünstler und Leiter des Museum of Transitory Art Ljubljana, Martin B. Baraga, die Berliner Medienkünstlerin und UdK-Professorin Anna Anders und die Netzkünstlerin Joana Moll aus Barcelona. Die Ausstellung ist vom 19. bis 29. Januar 2017 im Kunstbezirk Stuttgart zu sehen.

 

Media Space im Stuttgarter Filmwinter

Der Media-Space will dem Mediendiskurs in Stuttgart eine Plattform für Thesen- und Projektpräsentationen bieten und ein Ort der direkten Auseinandersetzung sein. Die Plattform bringt Kollektive und einzelne Personen verschiedener Disziplinen zusammen, um die sozialen, politischen und kulturellen Veränderungen der medialen Gesellschaft zu hinterfragen.

Der Klangkünstler Georg Werner gibt im Heusteigtheater den zweitägigen Workshop „Theatermaschine“ für Medienkünstler, Darstellende Künstler sowie Studierende. Es geht darum, wie Licht, Klang und Bewegungen durch interaktive Sensoren ausgelöst und automatisiert werden können. Zum Auftakt hält Werner einen öffentlich zugänglichen Vortrag über die Konzeption und Gestaltung interaktiver Elektronik bei Kunst-, Medien- und Performance-Projekten.

 

Musik, Performances und Live-Acts

Einen fünfstündigen Workshop und einen Live- Act bietet Oval aka Markus Popp, der seit Jahren zu den international tätigen Produzenten elektronischer Musik gehört. Seine CD - Veröffentlichungen, Remixes und Filmsoundtracks gelten als zeitlose Klassiker. Im Workshop wird er seine Positionen zu Musik, Software und Digital Audio Workflow mit den Teilnehmern diskutieren, von Statement zu Statement wird gemeinsam experimentiert. Der Workshop ist für alle Liebhaber der Elektronikmusik geeignet.

„Graete“ ist der Name, den die Künstlergruppe Transforma ihrem audio-visuellen Instrument und auch ihrer Performance gegeben haben. Die Gruppe erschafft damit Bild- und Klangwelten, die live auf der Bühne entstehen. In einem Artist Talk berichten sie darüber hinaus von ihrem Schaffen.

Der Juror der Expanded Media Ausstellung Martin B. Baraga bildet mit dem Elektro-Musiker Spatial ein Duo, das mit Zahnbürsten und  Piezomikrofonen der Dark Ambient Music huldigt. Spatial legt darüber hinaus Freitagnacht Tanzmusik auf. Die genannten Veranstaltungen sind Teil des Media Space.

Außerdem sorgen die Techno-Band Roboter Blanko sowie Putte und Edgar, die sich selbst als „Indie-irgendwas, aber laut“ charakterisieren, für Tanzstimmung.

 

Kinder- und Jugendprogramm

Der Stuttgarter Filmwinter lädt kleine und große Menschen zu zahlreichen Veranstaltungen ins FITZ, ins Haus der Geschichte und in den Kunstbezirk ein: Ein Kurzfilmprogramm für Kinder, ein weiteres für Jugendliche, fünf Workshops und eine Familienführung durch die „Expanded Media“-Ausstellung möchten Lust machen auf den spielerischen Umgang mit Film und Medien.

 

Dank

Das Festival wird ermöglicht und unterstützt durch die Stadt Stuttgart, das Land Baden-Württemberg, die MFG Filmförderung, die LFK Landesanstalt für Kommunikation, die Wüstenrot Stiftung, Ritter Sport und die Klett Gruppe. Kooperationspartner sind die Stadtbibliothek Stuttgart, die GEDOK Stuttgart, die Oberwelt, FITZ!, das Haus der Geschichte, der Kunstbezirk, das Theater tri-bühne, das White Noise, das Institut Francais, das Istituto italiano di Cultura Stuttgart, die AG Kurzfilm, Kultur für Alle, das SMZ, die ABK Stuttgart, die HMDK Stuttgart und die HdM Stuttgart. Des Weiteren geht der Dank an Fichtner Tontechnik, Hochdorfer, Stuttgarter Hofbräu, Le Rocher Wein und Genusskontor, Kaffee Partner, Hotel Unger, LF.net, Mevis.TV und trickWilk. Medienpartner sind das Lift Stuttgart und das Freie Radio Stuttgart.