Jury & Preise

Internationale Kurzfilme

Jedes Jahr konkurrieren 60 bis 70 Beiträge im internationalen Kurzflmwettbewerb, ausgewählt aus knapp 1.600 Arbeiten. Dieser Wettbewerb ist der älteste des Festivals, er existiert bereits seit 1990. In den Wettbewerb schaffen es nur die innovativsten, besten, gewagtesten, experimentellsten und originellsten Kurzflme des letzten Jahres. Für Sichtung, Auswahl und Programmierung ist eine unabhängige Auswahlkommission verantwortlich, die aus ehrenamtlich tätigen Wand 5-Mitgliedern und Filmliebhabern besteht.

Der Stuttgarter Filmwinter freut sich über zahlreiche Filmemacher, die zu Gast in Stuttgart sein werden, um ihre Arbeiten selbst vorzustellen und mit dem Publikum darüber zu diskutieren. Im Internationalen Wettbewerb für Film und Video werden von der Kurzflm-Jury bestehend aus Sanja Grbin, Kevin B. Lee und Olaf Stüber zwei Geldpreise vergeben.

Norman 2017

Preis der Jury für Film und Video in Höhe von 4.000 Euro, gestiftet von der Landeshauptstadt Stuttgart.

Team-Work-Award

Ritter Sport vergibt für eine Film- oder Videoproduktion, die von einem Team realisiert wurde, einen Preis in Höhe von 2.000 Euro

Sanja Grbin

http://25fps.hr/

Sanja Grbin beim Filmwinter:
Refecting 25 FPS' Contemporaries: 22. Januar 2016, 15:30 Uhr, Haus der Geschichte, Otto-Borst-Saal

Sanja Grbin machte ihren Abschluss in Vergleichender Literaturwissenschaft und Linguistik an der Fakultät der Geistes- und Sozialwissenschaften der Universität Zagreb. Dort arbeitet sie auch für die kroatische Non-Proft-Organisation 25 FPS Association for Audio-Visual Research, zu deren Aktivitäten auch Filmprogramme, informelle Bildungsarbeit und Veröffentlichungen gehören. Das Hauptprojekt der Organisation ist das 25 FPS, International Experimental Film and Video Festival, das sich dem experimentellen, innovativen und künstlerischen Film und Video verschrieben hat, und für das sie in der Programmauswahl und als Produzentin tätig ist. Sie hat Programme für Festivals und Programm-Kinos in Zagreb sowie anderen kroatischen Städten kuratiert und setzt sich für die Förderung und Verbreitung des kroatischen Experimentalflms bei europäischen und internationalen Film- und Medienevents ein. Am Croatian Audiovisual Centre, der nationalen Behörde für audiovisuelle Medien, ist sie als künstlerische Beraterin für Experimentalflmproduktion tätig

Kevin B. Lee

Kevin B. Lee beim Filmwinter:
The Art of Video Essay: 22. Januar 2017, 17:30 Uhr, tri-bühne

Kevin B. Lee ist der leitende Video-Essayist bei Fandor, einem amerikanischen Filmanbieter, bei dem man per Abonnement Videos und Filme teilen und ansehen kann. In seinen über 300 Video-Essays befasst er sich mit Film und Medien. Sein preisgekrönter Film „Transformers: The Premake“ rangierte beim Sight & Sound Magazin 2014 unter den besten Dokumentarflmen und wurde auf zahlreichen Festivals gezeigt, so auch bei der „Woche der Kritik“ auf der Berlinale. Er ist der erste Stipendiat am Harun-Farocki-Institut.

Olaf Stüber

Olaf Stüber ist seit mehr als 20 Jahren als Galerist, Kurator, Herausgeber und Vortragsredner in der Kunstszene aktiv. Für das Programm seiner Galerie setzte er bereits seit 2003 den Schwerpunkt auf Arbeiten im Bereich der bewegten Bilder und so war seine Galerie eine der ersten, die zu dieser Zeit auf künstlerische Videos und Filme ausgerichtet war.

Zusammen mit Ivo Wessel gründete Stüber im Jahr 2008 in Berlin eine internationale Plattform für Film- und Videokunst: Videoart at Midnight. Diese Reihe mit monatlichen Vorführungen im legendären Babylon-Kino war darauf ausgerichtet, Einblicke in die aktuelle Videokunstproduktion der internationalen Kunstszene in Berlin zu vermitteln, aber auch als Forum für renommierte und junge vielversprechende Künstler gedacht.

Stüber ist darüber hinaus Herausgeber der Videoart-at-Midnight-Edition, einer Videokunst-Anthologie, er hält international Vorträge über Video- und Filmkunst, kuratiert Videoflmprogramme für Institutionen, Messen und Festivals und war Jurymitglied für u.a. den Videokunstförderpreis Bremen 2009, das Dokflmfestival Kassel 2012, der Videonale e.V. im Kunstmuseum Bonn 2013 und dem EMAF – European Media Art Festival 2015.

Olaf Stüber beim Filmwinter:
Videoart at Midnight: 21. Januar 2017, 15:30 Uhr, FITZ!

2 Minutes Short Film Award

Zum fünften Mal hat der Stuttgarter Filmwinter diesen neuen internationalen Kurzflmwettbewerb für Arbeiten von Nachwuchskünstlern bis 35 Jahre ausgeschrieben, die nur bis zu zwei Minuten kurz sein dürfen. Es werden von der dafür berufenen Jury bestehend aus Justyna Koeke, Oliver Pietsch und Jonathan Pouthier Arbeiten bewertet, die kreativ und innovativ mit der kurzen Form umgehen. Alle Filme (siehe Seite 78 f.) werden am Samstag, den 21 Januar 2017 um 17:30 Uhr im FITZ! zu sehen sein.

2 Minutes Short Film Award

Der Preis der Jury in Höhe von 1.500 Euro für eine Arbeit bis maximal zwei Minuten wird von der Klett Gruppe gestiftet.

Justyna Koeke

Justyna Koeke beim Filmwinter:
Perfomance-Gespräch mit Anna Gohmert: 21. Januar 2017, 15:30 Uhr, tri-bühne

Die 1976 in Krakau geborene Performancekünstlerin Justyna Koeke studierte Bildhauerei an den Kunstakademien in Nürnberg, Krakau, Warschau und Stuttgart. Sie arbeitet vorwiegend performativ im öffentlichen Raum. Koeke entwickelt tragbare Skulpturen und benutzt dabei Verkleidung als Mittel der künstlerischen Kommunikation mit der Gesellschaft. Der Körper dient als laufende Skulptur – als Träger des künstlerischen Inhaltes.

Seit 2006 ist Koeke Lehrerin an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart in der Medienwerkstatt Freie Kunst. Außerdem ist sie als Kuratorin in kooperativen Projekten in Kunstinstitutionen sowie in privaten und öffentlichen Räumen tätig.

Oliver Pietsch

http://oliverpietsch.de/

Oliver Pietsch beim Filmwinter:
Filmemacher im Portrait: 20. Januar 2017, 19:30 Uhr, tri-bühne

Oliver Pietsch, geb. 1972, studierte in München an der Kunstakademie und lebt in Berlin. In seinen Arbeiten nutzt er die Perlen des Kinos, in dem er Ausschnitte aus bekannten Filmen sammelt und daraus neue, verzerrte Narrative erschafft. Für seine Filme und Installationen erhielt er zahlreiche Preise. Seine Arbeiten werden auf der ganzen Welt bei Festivals und in Galerien gezeigt.

Im Jahr 2003 erhielt er für seine Installation „Heroes“ beim Stuttgarter Filmwinter den Media in Space Award. Der Trailer für die 300. Ausgabe des Filmwinters stammt von ihm.

Jonathan Pouthier

Jonathan Pouthier beim Filmwinter:
Fokus Mut zur Lüge: A Fiction of an Artist: 21. Januar 2017, 19:30 Uhr, Haus der Geschichte Otto-Borst-Saal

Jonathan Pouthier ist Assistenz-Kurator in der Filmabteilung des Centre Pompidou in Paris. Er studierte an der La Femis (Ecole Nationale supérieure des métiers de l·image et du son) und machte dort seinen Magister. Im Anschluss arbeitete er für die KOW Galerie und das Coproduction Offce in Berlin. Seit 2012 ist er unter der Leitung des Filmkurators Philippe Alain Michaud in der Abteilung für Film des Centre Pompidou tätig und organisiert dort ein wöchentliches Filmprogramm. Er war Kurator einiger größerer Filmprogramme wie Back to East, the Croatian avant garde (2012), Film Culture (2013), Shirley Clarke, an American experience (2013), und aktuell – zusammen mit Enrico Camporesi – Common Places (2014), Duchamp as Film (2014) and Metacartoons (2016).

Medien im Raum & Network Culture

Neben der klassischen Präsentation von Film- und Videoarbeiten wurden beim Stuttgarter Filmwinter 1996 erstmals die neuen Medien einbezogen und künstlerische Werke auf CD-ROM und im Internet präsentiert. Für die Auswahl der Werke in den internationalen Wettbewerben Medien im Raum und Network Culture ist eine unabhängige Kommission verantwortlich. Die Kommission besteht aus ehrenamtlich tätigen Wand 5-Mitgliedern sowie Künstlern und Kennern der Medienkunst. In der Expanded Media Ausstellung werden gesellschaftsrefektierende Positionen, Performances, Installationen, performative Videos, interaktive Web- und SocialWeb-Projekte sowie raffnierte Transformationen des Internet gezeigt. Die Preise werden von der Jury bestehend aus Anna Anders, Martin Bricelj Baraga und Joana Moll vergeben.

Expanded Media Preis für Medien im Raum

Preis der Jury für Medien im Raum (Installationen) in Höhe von 750 Euro.

Expanded Media Preis für Network Culture

Preis der Jury für Network Culture in Höhe von 750 Euro für Netzwerkaktivitäten, Netzkunst, Interventionen im öffentlichen und virtuellen Raum.

Anna Anders

http://anna-anders.de/

Ausstellung TRUGBILDER
Videoarbeiten von Anna Anders vom 17.1. – 22.1.2017 in der GEDOK Stuttgart.

Anna Anders arbeitet seit 1986 mit Video. Ihre Filme und Installationen wurden in zahlreichen internationalen Festivals, Ausstellungen und Kunstmessen gezeigt. Sie studierte an der Akademie der Künste München und an der Kunsthochschule für Medien Köln, wo sie von 1997 bis 2001 als künstlerische Mitarbeiterin tätig war. Seit 2005 hat sie eine Professur an der Universität der Künste Berlin, Fakultät Gestaltung.

Preise
Lobende Erwähnung des Verbands der deutschen Filmkritik für das Video „Schlag auf Schlag“, das auch beim Europäischen Medienkunst Festival Osnabrück (2002) ausgezeichnet wurde, die Installation „Touchscreen“ „Touchscreen“ erhielt den 1. Marler Video-Installations-Preis 1998, beim 7. Marler-Videokunst-Preis erhielt sie für „Shower“ im Jahr 1996 eine lobende Erwähnung und 1992 das Projektförderstipendium der Landeshauptstadt München für „Schützen schießen“, 1991 den Bayerischen Staatsförderpreis für Videokunst.

Martin Bricelj Baraga

http://baraga.net/

Performance Dental Metal – Martin B. Baraga und DJ Spatial
Samstag 21. Januar 2017, 23:00 Uhr, FITZ! Theatersaal (Infos siehe Seite 258)

Martin Bricelj Baragas interaktive Arbeiten, audiovisuelle Performances und kollaborativen Werke untersuchen die Beziehung zwischen Mensch und Maschine, die sozialen Aspekte der zeitgenössischen PopKultur, des Monumentalismus der Zukunft und die politischen Dimensionen der medial vermittelten Wirklichkeit.

Seine Arbeiten sind meist großformatige Installationen im öffentlichen Raum und in architektonisch ungewöhnlichen Kontexten. Um eine Atmosphäre zu erzeugen, die unsere Wahrnehmung fordert, nutzt Baraga oft Licht- und Klangquellen. Seine Werke hinterfragen Symbole und Mythen und können in diesem Sinne auch als aufeinander bezogene Serie zeitlicher und räumlicher Experimente verstanden werden.

Baraga, der aus dem Bereich Bildende Kunst kommt, benutzt oft Sound als Grundkomponente seiner Werke und arbeitet mit hochkarätigen Sound-Künstlern wie Olaf Bender, Plaid, Vector Lovers und anderen zusammen. Er ist der Leiter des MoTA – Museum of Transitory Art und Gründer des SONICA Festivals in Ljubljana in Slowenien.

Joana Moll

Joana Moll arbeitet im Bereich Kunst und Forschung in Barcelona. In ihren Arbeiten setzt sie sich kritisch damit auseinander, wie post-kapitalistische Narrative die Alphabetisierung von Maschinen, Menschen und Ökosystemen beeinfussen. Ihre vorrangigen Forschungsthemen sind Kommunikationstechnik und CO2-Emissionen, virtuelle Überwachung von Bürgern im Internet und Sprache. Sie ist Mitglied bei Antiatlas des Frontières (http://antiatlas.net) und Mitbegründerin des Institute for the Advancement of Popular Automatisms (http://ifapa.me).

Ihre Arbeit „The Virtual Watchers“ (2016) wird vom 18.1. – 22.1.2017 im Foyer des FITZ! ausgestellt.